Trockenbürsten klingt zunächst ziemlich simpel: Bürste nehmen, über die trockene Haut streichen, fertig. Tatsächlich steckt hinter Dry Brushing aber ein Beauty-Ritual mit einer speziellen Technik.
Entscheidend sind vor allem die passende Bürste, sanfter Druck und die richtige Bürstenrichtung. Denn Dry Brushing soll nicht einfach nur die Haut peelen, sondern wird auch als Massage genutzt, um die Durchblutung anzuregen und den natürlichen Lymphfluss zu unterstützen.
Wie funktioniert das genau? Wir zeigen Dir, worauf es beim Dry Brushing ankommt und wie Du das Ritual sinnvoll mit Deiner Körperpflege kombinieren kannst.
Was ist Dry Brushing?
Beim Dry Brushing wird die trockene Körperhaut mit einer ebenfalls trockenen Bürste massiert. Die Borsten entfernen dabei oberflächlich abgestorbene Hautschüppchen. Dermatologisch betrachtet handelt es sich damit um eine Form der mechanischen Exfoliation.
Dry Brushing kann:
- abgestorbene Hautschüppchen entfernen
- für ein glatteres und weicheres Hautgefühl sorgen
- die Hautdurchblutung kurzfristig anregen
- den Lymphfluss durch sanfte Massagebewegungen unterstützen
- die Haut auf die anschließende Körperpflege vorbereiten
Beim Thema Lymphfluss lohnt sich allerdings ein etwas genauerer Blick.
Dry Brushing und Lymphfluss: Was steckt dahinter?
Unser Lymphsystem besteht aus einem Netzwerk von Lymphgefäßen und Lymphknoten. Es nimmt unter anderem überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe auf und führt sie über die Lymphbahnen zurück in den Blutkreislauf.
Sanfte Massage und Bewegung können den Transport der Lymphflüssigkeit unterstützen. Genau hier setzt auch die Idee hinter dem Dry Brushing an: Mit ruhigen, streichenden Bürstenbewegungen wird die Haut in Richtung der natürlichen Abflusswege massiert.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Dry Brushing mit einer manuellen Lymphdrainage gleichzusetzen ist. Diese ist eine spezielle medizinische Massagetechnik und folgt genau festgelegten Griffen und Abläufen.
Sollte man die Lymphbereiche vor dem Dry Brushing „aktivieren“?
Vielleicht kennst Du Dry-Brushing-Routinen, bei denen zunächst Bereiche rund um Schlüsselbein, Achseln und Leiste mit kleinen kreisenden Bewegungen massiert werden.
Die Idee dahinter stammt aus der Lymphdrainage: Dort werden zunächst körpernahe beziehungsweise gesunde Abflussbereiche vorbereitet, bevor weiter außen liegende Regionen behandelt werden.
Für eine Dry-Brushing-Routine kannst Du daraus ein kleines Vorbereitungsritual machen:
- den Bereich unterhalb der Schlüsselbeine sanft mit den Fingerspitzen massieren
- die Bereiche rund um die Achseln mit sehr leichtem Druck kreisend massieren
- auch die Leistenregion mit einigen sanften kreisenden Bewegungen vorbereiten
Dabei geht es nicht darum, kräftig auf einzelne Lymphknoten zu drücken. Wenige sanfte Bewegungen reichen vollkommen aus.
Diese Vorbereitung ist beim kosmetischen Dry Brushing kein Muss. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn Du das Bürsten bewusst an den Prinzipien einer sanften Lymphmassage orientieren möchtest. Wissenschaftlich ist bislang jedoch nicht belegt, dass diese vorbereitende Massage die Wirkung des Dry Brushings zusätzlich verstärkt.
In welche Richtung sollte man beim Dry Brushing bürsten?
„Immer Richtung Herz“ ist wahrscheinlich die bekannteste Regel beim Dry Brushing.
Als einfache Faustregel funktioniert das ganz gut. Etwas genauer ist es jedoch, sich an den Lymphabflusswegen in Richtung Körpermitte und der größeren Lymphknotenregionen zu orientieren. Auch bei der medizinischen Lymphdrainage wird Flüssigkeit in Richtung funktionierender Lymphbahnen und Lymphknoten bewegt.
Du arbeitest Dich also grundsätzlich von außen nach innen beziehungsweise von unten nach oben vor.

Welche Bürste eignet sich für Dry Brushing?
Eine gute Dry-Brushing-Bürste sollte spürbar über die Haut gleiten, ohne zu kratzen.
Geeignet sind spezielle Körperbürsten mit eher festen, aber nicht zu harten Borsten. Häufig bestehen sie aus Naturborsten oder pflanzlichen Fasern. Für empfindlichere Haut und Dry-Brushing-Anfänger sind weichere Borsten meist die bessere Wahl.
Praktisch sind außerdem:
- eine Handschlaufe für gute Kontrolle
- ein längerer Griff für Rücken und Beine
- Borsten, die sich fest, aber nicht unangenehm anfühlen
Die Haut darf nach dem Bürsten leicht rosig aussehen. Brennt sie, schmerzt sie oder ist sie stark gerötet, war der Druck zu stark oder die Bürste zu hart.
Für das Gesicht solltest Du eine klassische Körperbürste nicht verwenden. Die Gesichtshaut ist empfindlicher und benötigt entsprechend sanftere Methoden.
Dry Brushing Anleitung: So geht's
Am besten funktioniert Dry Brushing vor dem Duschen auf vollständig trockener Haut.
-
Kurz vorbereiten
Nimm Dir ein paar tiefe Atemzüge. Wenn Du möchtest, kannst Du die zuvor genannten Lymphbereiche mit wenigen sanften kreisenden Bewegungen vorbereiten. -
An den Füßen beginnen
Starte an Füßen oder Knöcheln und arbeite Dich mit langen Bürstenstrichen über die Unterschenkel nach oben. -
Beine nach oben bürsten
Bürste weiter über Knie und Oberschenkel in Richtung Leiste. Gehe mehrmals sanft über jeden Bereich, anstatt mit viel Druck zu arbeiten. -
Von den Händen zu den Schultern
An den Armen beginnst Du bei Händen beziehungsweise Handgelenken und bürstest über Unter- und Oberarme in Richtung Achseln. -
Bauch und Oberkörper sanfter behandeln
Hier darf der Druck noch etwas geringer sein. Am Bauch kannst Du mit ruhigen, kreisenden Bewegungen arbeiten. -
Duschen und pflegen
Anschließend kannst Du die gelösten Hautschüppchen unter der Dusche abwaschen und Deine Haut mit einer passenden Körperpflege versorgen.
🧬 MerkeBeim Dry Brushing zählt nicht möglichst viel Druck. Sanfte Bürstenstriche reichen aus und schonen die Haut. |
Wie oft ist Dry Brushing sinnvoll?
Gerade am Anfang reichen ein- bis zweimal pro Woche vollkommen aus. Wie häufig Du später bürstest, hängt davon ab, wie Deine Haut auf die mechanische Exfoliation reagiert.
Fühlt sie sich trocken oder empfindlich an oder entstehen Rötungen und Irritationen, solltest Du längere Pausen einlegen. Zu häufiges oder intensives Peelen kann die Hautbarriere belasten.
Wann solltest Du lieber auf Dry Brushing verzichten?
Nicht gebürstet werden sollten unter anderem:
- offene oder verletzte Hautstellen
- Sonnenbrand
- entzündete Haut
- stark gereizte oder gerötete Bereiche
- Hautinfektionen
Auch unmittelbar nach der Rasur solltest Du Deiner Haut lieber eine Pause gönnen.
Wenn Du unter einem Lymphödem leidest, Dir Lymphknoten entfernt wurden oder eine Erkrankung des Lymphsystems besteht, solltest Du keine allgemeine Dry-Brushing- oder Lymphmassage-Routine übernehmen. In diesen Fällen sollte die Anwendung individuell mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.
Nach dem Dry Brushing: Pflege nicht vergessen
Nach Duschen und Dry Brushing ist Deine Haut bereit für den nächsten Schritt Deiner Bodycare-Routine. Mechanisches Peeling kann die Haut beanspruchen, deshalb solltest Du anschließend auch die Pflege nicht vergessen. Je nach Hautbedürfnis kannst Du zu einer feuchtigkeitsspendenden Lotion oder einem reichhaltigen Körperöl greifen.
Hydrating Lotion
Unsere Hydrating Lotion versorgt die Haut intensiv mit Feuchtigkeit und enthält unter anderem Glycerin, Aloe Vera, Pflanzenöl und Urea. Zusätzlich sind Milch-, Glykol- und Apfelsäure enthalten, die einen exfolierenden Effekt besitzen.
Genau deshalb gilt beim Zusammenspiel mit Dry Brushing: Nicht übertreiben. Beide Pflegeschritte exfolieren die Haut. Besonders bei empfindlicher Haut solltest Du ausprobieren, ob Du die Hydrating Lotion direkt nach dem Dry Brushing gut verträgst oder die Anwendungen lieber auf unterschiedliche Tage verteilst.
A.C.E.-Körperöl
Für eine reichhaltigere Pflege eignet sich unser A.C.E.-Körperöl. Es enthält unter anderem Mandel-, Sonnenblumen-, Jojoba- und Sojaöl, Ringelblumenextrakt sowie die Vitamine A, C und E. Es wurde insbesondere für normale bis trockene und beanspruchte Haut entwickelt.
Du kannst das Öl dünn auftragen und sanft einmassieren. Für einen zusätzlichen Pflegeeffekt lässt es sich außerdem mit der Hydrating Lotion kombinieren.
Und was ist mit Cellulite und Detox?
Zwei Versprechen begegnen Dir beim Thema Dry Brushing besonders häufig: weniger Cellulite und ein „Detox-Effekt“.
Hier solltest Du Deine Erwartungen realistisch halten. Durch Peeling, Massage und stärkere Hautdurchblutung kann die Haut unmittelbar nach der Anwendung glatter und frischer erscheinen. Dass Dry Brushing Cellulite dauerhaft verändert, ist jedoch nicht ausreichend belegt.
Auch „Entgiften“ solltest Du nicht wörtlich nehmen. Dry Brushing kann ein angenehmes Pflege- und Massageritual sein, ersetzt aber nicht die natürlichen Ausscheidungsprozesse Deines Körpers.
Und ganz ehrlich: Das muss es auch gar nicht.
Dry Brushing als kleines Bodycare-Ritual
Ein paar Minuten, eine gute Bürste und eine anschließende Pflege: Mehr braucht es für Dry Brushing nicht.
Statt große Beauty-Versprechen zu erwarten, kannst Du das Trockenbürsten vor allem als kleinen Self-Care-Moment für Deine Haut sehen. Entscheidend ist, dass sich die Anwendung für Dich und Deine Haut gut anfühlt.
Dann wird aus dem Beauty-Trend ganz schnell ein kleines Ritual, das sich unkompliziert in Deine Bodycare-Routine integrieren lässt.
Foto von stock.adobe.com: ©triocean, ©IKvyatkovskaya

